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Unsere Geschichte

Portrait Georg Herzog, Gründungsvater des SSV

Pfarrer Georg Herzog, der Gründervater des Schwesternverbandes

Die Anfänge

„Der Saarländische Schwesternverband
hilft Alten, Kranken und behinderten Menschen.
Er will aus christlichem Geiste handeln
und alle Kräfte aufrufen,
die dem Christus als dem Herrn der Erde dienen wollen.“

So lautet die Präambel der Satzung des Schwesternverbandes. Am 23. Januar 1958, setzten die Gründer des Verbandes diese Worte vor die Satzung des Vereins.

Werfen wir einen Blick zurück auf die damalige Situation: Der Krieg liegt 13 Jahre zurück. Deutschland ist geteilt; zur Gründung eines dritten Staates, des unabhängigen Saarlandes, kommt es nach der Saarabstimmung von 1955 nicht; die Saarländerinnen und Saarländer votieren für die politische Angliederung an die Bundesrepublik. Sie erfolgt am 1. Januar 1957.
In Bonn regiert zu dieser Zeit Konrad Adenauer als Bundeskanzler, in Saarbrücken Egon Reinert als Ministerpräsident. Deutschlands erstes Micky-Maus-Heft erscheint im selben Jahr und am 14. Juni liefert Opel den ersten Wagen der Baureihe „Kapitän“ aus. In Neunkirchen rauchen wieder die Schlote der Schwerindustrie, denn im
Nachkriegsdeutschland und Wirtschaftswunderland werden Unmengen an Stahl und Eisen gebraucht.
Weniger gut sieht es in der örtlichen Krankenversorgung aus. Die Diakonissen, die bislang die Pflege im Neunkircher Fliedner-Krankenhaus übernommen hatten, werden ins Mutterhaus nach Kaiserswerth zurückgerufen. Da es für sie auf längere Sicht keinen Ersatz gibt, setzen die Verantwortlichen auf die Ausbildung eigener Pflegekräfte. Sie sollen anschließend über das Krankenhaus hinaus als Freie Schwesternschaft tätig werden. Deshalb muss für die Schule ein eigener Trägerverein gegründet werden:
der „Evangelische Saarländische Schwesternverband“.

Das erste Haus für Altenpflege – eine Schenkung

Im Sommer 1960 überträgt Herrmann Wilhelm Böttler sein Anwesen in der pfälzischen Gemeinde Waldmohr dem Schwesternverband – unter der Voraussetzung, dort lebenslang versorgt zu werden. Später wird das ehemalige Herrenhaus zum ersten Altenheim des Schwesternverbandes. Als 1970 die Einweihung des neu gebauten Altenzentrum Waldmohr folgt, ist das Konzept absolut modern: Für unterschiedliche Bedürfnisse werden verschiedene miteinander vernetzte Angebote geschaffen. Neben einem neu erbauten Pflegeheim wird das Böttler‘sche Anwesen als Altenwohnheim weitergeführt und in 30 Bungalows ein Betreutes Wohnen angeboten.

Die erste Einrichtung in Ottweiler

Schon 1961 fasst der Schwesternverband den Beschluss, ein neues Pflegeheim zu bauen. Der Grundstein für die Einrichtung mit 250 Betreuungsplätzen wird in Ottweiler gelegt. Die ersten Bewohner ziehen 1964 in „Seid getrost“ ein. Für behinderte Kinder und Jugendliche wird 1979 ein eigenes Gebäude eingeweiht. Doch damit ist der Bedarf  an Pflege- und Betreuungsplätzen im Saarland noch nicht gedeckt. Um das  Landeskrankenhaus in Merzig als zentrale psychiatrische Einrichtung zu entlasten, wird am Ortsrand von Merzig-Schwemlingen ein zweites Pflegeheim errichtet, das in den Folgejahren über 500 Bewohnerinnen und Bewohnern eine Heimat bietet. In Eppelborn entsteht ab 1982 die dritte große Einrichtung der Behindertenhilfe des Schwesternverbandes.

Vorübergehende Engagements

Für einen Schulträger und Entsender von ausgebildeten Schwestern liegt es nahe, auch die Rolle des Krankenhausträgers zu übernehmen. Bereits 1964 wird dem Schwesternverband die Leitung eines 42-Betten-Belegkrankenhauses in Meisenheim übertragen. Es wird vom Verband auf 67-Betten ausgebaut. Mit der Geschäftsübergabe an das Land endet 2003 das Krankenhaus-Engagement des Verbandes. Denn das 1968 übernommene Bezirkskrankenhaus Boxberg im Main-Tauber-Kreis wurde schon lange zuvor in ein Pflegeheim umgewandelt.

Mitte der 60er Jahre ist es für den „Evangelischen Schwesternverband“ nicht ganz einfach, in katholisch geprägten Regionen aktiv zu werden. Mit dem Ausscheiden aus dem Diakonischen Werk und dem Beitritt des Schwesternverbandes zum Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverband (DPWV) wird die konfessionelle Bindung aufgehoben – an den christlichen Grundwerten des Vereins ändert sich damit nichts.

1972 verlegt der Verband seinen Sitz von Neunkirchen nach Ottweiler auf das Gelände des Pflegeheimes „Seid getrost“. Nach dem Erwerb des angrenzenden Kreisjugendheimes richtet der Schwesternverband seine Hauptverwaltung in den Räumen im Eichenwäldchen ein. Von hier aus lenkt der Schwesternverband noch heute alle seine Einrichtungen mit 2.400 Plätzen und 2.000 Beschäftigten in vier Bundesländern.

Immer wieder wird der Verband angefragt, ob er bestehende Einrichtungen in verschiedenen Regionen, übernehmen kann. Seinem gemeinnützigen Auftrag folgend engagiert sich der Schwesternverband wo immer es möglich ist. So entstehen insbesondere die Engagements in den Regionen Baden-Württembergs. 1991 wird dem Verband die Übernahme zweier Einrichtungen in den neuen Bundesländern, in Roßlau, angetragen.