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10.05.2013

Laurentiushöhe beherbergt erstes saarländisches Bio-Erdgas-BHKW

Erstes saarländisches Bio-Erdgas-BHKW in Betrieb


Nach etwa zweimonatiger Bauzeit nahmen Oberbürgermeister Dr. Alfons Lauer, Thomas Dane, Vorstandsvorsitzender des Saarländischen Schwesternverbandes und Daniel Barth, Geschäftsführer der Stadtwerke Merzig GmbH am Mittwoch, 08. Mai 2013 das neue mit Bio-Erdgas betriebene Blockheizkraftwerk in der „Laurentiushöhe“ in Schwemlingen offiziell in Betrieb. Es handelt sich hierbei um das erste Bio-Erdgas-BHKW im Saarland.

Für die Wärmelieferung wurde zwischen dem Saarländischen Schwesternverband und den Stadtwerken Merzig GmbH ein 10-jähriger Wärmelieferungsvertrag für die Laurentiushöhe in Schwemlingen geschlossen. Das neue BHKW wird zur Deckung der Wärmegrundlast parallel zu der bestehenden Gaskesselanlage betrieben. Die Erzeugungsanlagen dienen zur Heiz- und Warmwasserbereitstellung. Mit dem Bio-Erdgas-BHKW, das eine elektrische Leistung von 250 kW besitzt und gleichzeitig eine Wärmeleistung von 250 kW abgibt, setzen die Stadtwerke Merzig GmbH neue Maßstäbe bei innovativen Projekten in der dezentralen Energieversorgung. Diese Form der Kraft-Wärme-Kopplung ist nicht nur besonders energieeffizient, sondern dadurch, dass das BHKW anstelle von konventionellem Erdgas mit dem erneuerbaren Energieträger Bio-Erdgas befeuert wird, auch besonders umweltfreundlich. Die CO2-neutrale Wärme deckt zukünftig mindestens 40% des benötigten Wärmebedarfs der Laurentiushöhe ab und spart jährlich rund 700 Tonnen des klimaschädlichen CO2, allein für die Wärmebereitstellung, ein. Das eingesetzte Bio-Erdgas wird in der Bio-Erdgasanlage in Merzig erzeugt.

„Mit dezentralen Energieversorgungskonzepten wie in Merzig können wir einen wichtigen Beitrag zur Energiewende vor Ort leisten. Ich möchte mich heute ausdrücklich beim Saarländischen Schwesternverband und bei Herrn Dane persönlich bedanken. Denn durch die Entscheidung zu diesem Bio-Erdgas-BHKW ist die Kreisstadt Merzig im Saarland erneut Vorreiter bei den Anstrengungen, erneuerbare Energien für die Strom- und Wärmegewinnung einzusetzen“, erklärt OB Lauer.

„Hier ist die Kombination aus regenerativer Energieerzeugung mit effizienter Energienutzung perfekt. Die Stadtwerke überzeugten uns mit diesem Konzept sowohl aus Umweltschutzgründen als auch vom wirtschaftlichen Aspekt her“, so Thomas Dane.

Im Energiebereich bieten sich zunehmend Chancen einen aktiven Beitrag zum Klima- und Umweltschutz zu leisten. „Es erfordert ein wenig Mut und einen langen Atem, um solche Projekte umzusetzen. Beides haben wir bereits bewiesen, als wir in 2011 die Bio-Erdgasanlage in Merzig in Betrieb genommen haben, an der wir mit 10% beteiligt sind“, so Daniel Barth, Geschäftsführer der Stadtwerke Merzig. Mit dem Bio-Erdgas-BHKW lösen die Stadtwerke Merzig ihr damaliges Versprechen ein, ihren Anteil des in der Merziger Anlage erzeugten Bio-Erdgas hier in Merzig zu nutzen.

Technisch gesehen ist das Funktionsprinzip eines BHKW denkbar einfach. Im konkreten Fall erzeugt ein Bio-Erdgas betriebener 6-Zylinder-Turbomotor im Heizungskeller des Pflegeheimes Strom und die dabei entstehende Abwärme wird unmittelbar zu Heizzwecken verwendet. Durch diese Kombination lässt sich ein derzeit unschlagbarer Gesamtwirkungsgrad von ca. 90 % erzielen. Im Vergleich dazu liegt der Wirkungsgrad der „normalen“ Stromerzeugung in Großkraftwerken bei ca. 35 %, weil dort Abwärme in aller Regel ungenutzt bleibt.

„Den Effizienz-Vorsprung kann ein BHKW allerdings nur dann auch wirtschaftlich ausspielen, wenn die Laufzeiten hoch sind, sprich das Aggregat möglichst gut ausgelastet ist. So bedarf es auch einer ausreichenden Wärmenachfrage im Sommer. Daher kam für uns in Merzig nur die Laurentiushöhe in Frage“, erläutert Daniel Barth. Durch die Großküche, das Schwimmbad für Heilanwendungen und den Brauchwarmwasserbedarf von zurzeit etwa 400 Bewohnern besteht eine ausreichende Wärmenachfrage zu jeder Jahreszeit.

Der erzeugte Strom wird über das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) vergütet und vollständig in das örtliche Versorgungsnetz eingespeist. Auf diese Weise fließt jährlich rund 1,8 Mio. kWh regenerativ erzeugter Strom ins Netz. Dies entspricht dem jährlichen Strombedarf von ca. 536 Durchschnittshaushalten und einer CO2-Einsparung von rund 1200 Tonnen pro Jahr.

„Das ist Technik, die begeistert“, hier zahlt sich die gute Ausbildung der Mitarbeiter aus schwärmt Matthias Kohn, Geschäftsführer von Heiztechnik Kohn aus Merzig & Perl. Der regionale Installationsbetrieb hat das Bio-Erdgas-BHKW, nach gemeinsamer Planung mit den Stadtwerken, in die bestehende Heizungsanlage des Pflegeheims integriert.