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24.10.2016

Fachtagung in Tauberbischofsheim

120 Besucher informierten sich zum Thema Demenz


Über 120 Menschen nahmen am vergangenen Fachtag Demenz, veranstaltet von allen ambulanten und stationären Träger der Altenhilfe in der Region rund um Tauberbischofsheim, teil. Betroffene Angehörige, in der Pflege und Betreuung Demenzkranker professionell Tätige, Ehrenamtlich und einfach Interessierte fanden sich unter den gespannten Zuhörern.

Nach einer Begrüßung durch Swantje Popp, die Regionaldirektorin bei der Evangelischen Heimstiftung, und einem Grußwort von Bürgermeister Wolfgang Vockel erhielt das interessierte Publikum Informationen zu Krankheitsbild, Symptomen und Behandlungsmöglichkeiten durch Dr. Wolfgang Jähnel, ärztlicher Leiter am Krankenhaus Tauberbischofsheim. „Demenz ist nach wie vor nicht heilbar – die Forschungserfolge der letzten Jahre lassen die Begleitsymptome der Erkrankung jedoch gut behandeln“, so Jähnel. Im Bereich der Prävention seien ein gesunder Lebenswandel und soziale Kontakte in jedem Lebensalter von Vorteil, jedoch keine Garantie, nicht zu erkranken. Erfreulich sei, dass die Pflege und Betreuung durch professionelles Personal in den Pflegeeinrichtungen wie auch zu Hause sich in den letzten 20 Jahren extrem positiv entwickelt habe.

Zur Situation der Angehörigen Demenzkranker referierte Dr. Angela Weiß aus Igersheim. „Es ist wichtig, sich selbst nicht zu vergessen und womöglich aufgrund von Überforderung irgendwann selbst zu erkranken.“ Geduld und Ruhe aber auch Humor seien wichtige Eigenschaften, um entspannt miteinander umzugehen. Mit vielen Praxisbeispielen berichtete sie aus den Gruppen für Angehörige von Menschen mit Demenz und zeigte auch die unterschiedliche Wahrnehmung des von dieser Krankheit Betroffenen und seiner Außenwelt auf. Wichtig sei, sich die Erlebenswelt des dementiell Erkrankten klar zu machen und damit seine eigene Wahrnehmung zu justieren.

Bezugnehmend auf das preisgekrönte Buch „Der alte König in seinem Exil“ von Arno Geiger erfuhr das interessierte Publikum von Herbert Küstner, autorisierter Trainer für integrative Validation, zehn wertvolle und praxisnahe Tipps für die Kommunikation mit Demenzkranken. Eine positive innere Haltung sei schon die „halbe Miete“ für einen guten Umgang mit Menschen mit Demenz. Die Fähigkeit wertschätzend ohne Wertung die Gefühle der Betroffenen im Gespräch zu akzeptieren und zu bestätigen, ermögliche es, einen entspannten Umgang auch mit schwierigen Situationen zu erlernen.

Krönenden Abschluss des Tages bildete ein interaktives Theaterstück von Josef Stier aus – eigens von ihm und seiner Tochter, Tina Stier, für die Veranstaltung geschrieben und mit großem Beifall vom Publikum belohnt. Mit schauspielerischem Talent spielte Stier den Demenzkranken „Herzig“, der als neuer Bewohner im „Bremer Hof“ seinen eigenen Weg zu einem Lebensabend in Freude fand. „Das war ein toller Tag“ bestätigte eine betroffene Tochter den Veranstaltern – „vor allem, weil für jeden etwas dabei war: für mich als Tochter, aber auch für Pflegekräfte oder Ehrenamtliche.“

Die große Resonanz führen die Veranstalter zum einen auf die hohe Aktualität des Themas, aber auch auf die gemeinsame Organisation zurück. Mit von der Partie bei der Aktion waren die Sozialstation des DRK und die Sozialstation Tauberbischofsheim e.V, die Nachbarschaftshilfe Tauberbischofsheim e.V.,  die ambulanten Pflegedienste "Pflege daheim" und "Pflege mobil" – letzterer mit dem Haus am Welzbach in Werbach, die Einrichtungen der Evangelischen Heimstiftung – Adam-Rauscher-Haus, Johannes-Sichart-Haus und Mobile Dienste, die Gesundheitsholding Main-Tauber mit dem Haus Heimberg und der Saarländische Schwesternverband. Für die Zukunft sind aufgrund des positiven Feedbacks weitere Fachtage geplant.

 

 



Das interaktive Theaterstück kam gut bei den 120 Besuchern an.