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15.02.2017

Abwechslung im Alltag von Anita Gladytz

Seniorenbetreuung in der „Tagespflege Bitburg“


Es ist kalt an diesem Wintertag im Januar. Schnee und Eis liegen noch auf den Gehwegen und in den Vorgärten der Nachbarschaft. In Winterjacke und Schal gehüllt wartet Anita Gladytz hinter ihrer Haustür. Das tut sie wie üblich jeden Mittwoch. Um halb neun fährt der weiße Kleinbus vor ihrem Haus vor.
Freudig begrüßt die ältere Dame den Fahrdienst, der sie an diesem Morgen nach Bitburg bringt. Einmal in der Woche verbringt Anita Gladytz ihren Tag in der „Tagespflege Bitburg“, einer Betreuungseinrichtung des Schwesternverbands.
Gladytz lebt in einem Eigenheim mit ihren beiden Söhnen in Fließem, wenige Kilometer von Bitburg entfernt. „Meine Söhne arbeiten tagsüber und ich will nicht immer nur allein sein“, begründet sie ihre Entscheidung, die Tagespflege zu besuchen. Außerdem seien die Stunden in der Einrichtung eine schöne Abwechslung.
Nach mehreren Schlaganfällen ist Frau Gladytz nicht mehr so fit wie früher. Sie muss stetig das Lesen und Schreiben üben. Aus diesem Grund beschäftigt sie sich auch gerne mit Kreuzworträtseln. „Das hält mich fit“, sagt sie.
Dennoch ist sie noch in ihrer Kirchengemeinde aktiv und trifft sich oft mit Nachbarn oder Bekannten aus dem Ort. Auch fährt sie wöchentlich mit Freundinnen gemeinsam zum Bummeln in der Stadt. Vor ihrer Rente hat die ältere Dame im Gesundheitsamt der Kreisgemeinde gearbeitet, ehe sie 10 Jahre lang ihren Mann bis zu dessen Tod gepflegt hat.
An diesem Mittwoch kommt Frau Gladytz als eine der letzten Besucher in der Tagespflege, einem Neubau in der Bitburger Bahnhofsstraße, an. Der Frühstückstisch ist fast fertig gedeckt. Herzlich begrüßt die 63-Jährige, die die Tagespflege seit einem Jahr regelmäßig besucht, die anderen Gäste. Mit ihren 63 Jahren ist sie eine der Jüngsten, die ältesten Gäste sind über 90. Trotz des Altersunterschieds versteht sie sich gut mit den anderen. Das Anita Gladytz noch zu einer der fitteren Besucher gehört, erkennt man auch daran, dass sie immer wieder anderen Senioren ihre Unterstützung anbietet. Gleich während des Frühstücks hilft sie ihrer Sitznachbarin beim Belegen ihres Brots. Nach dem gemeinsamen Frühstück können die Gäste an abwechslungsreichen Aktivitäten teilnehmen. Wechselnd werden Bastelstunden, ein Bewegungsprogramm, gemeinsames Zeitung lesen oder unterschiedliche Spiele angeboten. An diesem Tag haben Regina Göbel und ihr Team eine Bewegungsstunde vorbereitet. Mitmachen können die Senioren die wollen – und noch können. Neun Gäste haben sich heute im wohnlich eingerichteten Nebenraum eingefunden. Im Stuhlkreis sitzen sie zusammen - Anita Gladytz ist auch dabei. Die Betreuungskraft verteilt gelbe Therabänder, die heute Teil der Gymnastikübungen sind. Die Übungen werden neben den Bändern auch mit Bällen gestaltet und sollen so die motorischen Fähigkeiten verbessern.
Es wird viel gelacht. „Morgen haben wir sicherlich Muskelkater“, scherzt ein älterer Mann, macht aber dennoch die Übungen mit.
Nach zwanzig Minuten ist dann für heute Schluss mit der körperlichen Anstrengung. Nun wird noch etwas Gedächtnistraining gemacht, damit die älteren Menschen auch im Kopf fit bleiben. Die Betreuungskraft liest eine Geschichte aus einem Buch vor, in dem es um Haustiere geht. Dabei bezieht sie die Gäste gleich mit ein. „Welche Hunderassen kennt ihr?“, fragt sie in die Runde. „Schäferhund“ oder „Dackel“, hört man die anderen rufen. Ein älterer Mann erzählt begeistert von seinem Hund, den er früher einmal besessen hat.
Da bis zum Mittagessen im Aufenthaltsraum noch ein wenig Zeit ist, wird anschließend eine Runde Bingo gespielt. Das Spiel ist unter den Tagesgästen besonders beliebt. Wiederum unterstützt Anita Gladytz, die selbst eifrig Bingo spielt, ihre Sitznachbarin mit dem Verteilen der Steine auf dem Spielbrett.
Nach dem Mittagessen wird es still in der Einrichtung. Die meisten Gäste wollen jetzt eine Mittagsruhe machen. Bevor die Senioren am Nachmittag ab 15 Uhr wieder nach Hause gebracht werden, schließen sie den Tag noch mit einer Tasse Kaffee und einem leckeren Stück Kuchen ab.
Anita Gladytz hatte wie immer viel Spaß am heutigen Tag. „Ich würde gerne zwei Mal die Woche kommen“, sagt sie. Das muss jedoch noch mit der Pflegekasse vereinbart werden, da diese die Kosten für die tageweise Betreuung übernimmt.
Auf jeden Fall freut sie sich bis dahin auf nächsten Mittwoch.


Hintergrund:
In der „Tagespflege Bitburg“ können bis zu 15 pflegebedürftige Gäste tageweise betreut werden. Die Senioren erhalten im Verlauf des Tages drei Mahlzeiten (Frühstück, Mittagessen und Nachmittagskaffee). Dazwischen werden unterschiedliche Aktivitäten angeboten. Neben einer Abwechslung im Alltag für die Senioren, dient das Pflege- und Betreuungsangebot auch als Entlastung für pflegende Angehörige, die währenddessen Zeit für Erledigungen haben. Leistungen der Tagespflege und auch das Abholen sowie Zurückbringen der Gäste werden je nach Pflegegrad von der Pflegekasse übernommen.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:
Tel.: 06561 – 9491720
E-Mail: tagespflege-bitburg(at)schwesternverband.de



Anita Gladytz fühlt sich wohl in der "Tagespflege Bitburg"