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19.08.2014

Vorurteile abbauen und Einblick gewinnen

Freiwillige Praktikantin in Ottweiler


Sommer, Sonne, Ferien – für Jugendliche die schönste Zeit für
Schwimmbadbesuche, Chillen mit Freunden oder einfach nur zum Relaxen und die Schule vergessen. Doch da gibt es auch Ausnahmen: Celina Molter hat sich dazu entschlossen, ein freiwilliges Praktikum in einer sozialen Einrichtung zu machen.

Drei Wochen ihrer Sommerferien verbringt Celina Molter im „Wohnen für Kinder und Jugendliche“ in Ottweiler. Das Praktikum macht sie freiwillig und unentgeltlich, keine gewöhnliche Entscheidung für eine 16-Jährige. Doch das frühe Aufstehen, ihr Arbeitsbeginn ist um 07 Uhr, macht ihr nichts aus. Sie will Neues lernen, Vorurteile abbauen und einen Einblick in den sozialen Arbeitsbereich erhalten. „Man hat ja doch Berührungsängste und Vorurteile gegenüber Menschen mit Behinderung und das wollte ich für mich ein für allemal abschalten“, erklärt Celina ihre Motivation. Gleichzeitig will sie in den Berufsalltag der Pflege- und Betreuungskräfte reinschnuppern: „Ich weiß zwar noch nicht, was ich später mal machen will, aber der soziale Bereich, besonders mit Kindern, interessiert mich einfach und deshalb hab ich mich auch für diese Einrichtung entschieden.“

Bis nachmittags um 15 Uhr ist sie damit beschäftigt, die Kinder und Jugendlichen mit körperlicher und/oder geistiger Behinderung zu betreuen. Zum Beispiel bei den Mahlzeiten: hier sitzt Celina bei den Klienten mit am Tisch, motiviert sie und hilft Brote zu schmieren, Nachschub aus der Schüssel zu holen oder Fleisch zu schneiden. Vorlesen, Spiele spielen, spazieren gehen oder einfach mal Quatsch machen, gehören zu weiteren Aufgaben, die sie als Praktikantin übernimmt. Aber natürlich hilft sie dem Personal auch beim Wäsche oder Geschirr wegräumen oder bei der Essensvorbereitung.

Es hat zwar ein paar Tage gedauert bis sie sich eingewöhnt hat, aber inzwischen hat Celina ihr Ziel erreicht: „Die Ängste sind fast verschwunden, die Kinder und Jugendliche hier sind eigentlich ganz normal wie wir auch“, sagt die Gymnasiastin und ergänzt: „Es ist hier alles ganz locker und nicht so streng, wie man es sich vielleicht vorstellt.“ Auch die Mitarbeiter seien sehr nett und alle zusammen hätten großen Spaß. „Es ist echt witzig hier, vor allem bei Ausflügen, zum Beispiel waren wir im Zoo.“ Die einzige verbliebene Angst sei, den Kindern oder Jugendlichen, die sich zum Teil nicht verbal mitteilen können, in bestimmten Situationen nicht gerecht zu werden, etwas falsch zu machen oder nicht helfen zu können. Doch das ist in einem Praktikum wohl ganz normal, schließlich ist Celina nur für drei Wochen in der Einrichtung. Ob sie nach ihrem Abitur tatsächlich in diesem Bereich arbeiten will, weiß sie noch nicht. „Es ist eine schöne Erfahrung und macht Spaß, aber ich hab noch drei Jahre Zeit und werd mir wohl noch andere Berufe anschauen“, resümiert Celina.



Celina Molter unterstützt das Team vom "Wohnen für Kinder und Jugendliche".