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24.10.2014

Pflegebeauftragter zu Besuch

Jürgen Bender lernt Mitarbeiter und Bewohner kennen


Wie sich Leben und Arbeit in der „Laurentiushöhe“ in Merzig-Schwemlingen gestalten, davon konnte sich der saarländische Pflegebeauftragte Jürgen Bender ein Bild machen. Einen Vormittag lang war er zu Gast in der Einrichtung des Schwesternverbandes.

Der Tag begann für Jürgen Bender mit einem Rundgang durch die Einrichtung, die insgesamt aus sechs Gebäudeteilen besteht. Er schaute sich nicht nur die internen Werkstätten für Kerzen- und Holzarbeiten oder die Bewegungshalle an, sondern lernte auch einen Wohnbereich genauer kennen. Dort traf er auf Mitarbeiter, kam mit diesen ins Gespräch und unterhielt sich auch mit Bewohnern. Fast ganze zwei Stunden verfolgte er die Abläufe der alltäglichen Pflege und Betreuung und bemerkte „eine sehr freundliche Zugewandtheit“ zwischen Mitarbeitern und Bewohnern.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen hatten dann Mitarbeiter, die Eltern einer Bewohnerin sowie der Heimbeiratsvorsitzende der „Laurentiushöhe“ die Gelegenheit, mit dem Pflegebeauftragten in einem offenen Gespräch über aktuelle Probleme, Anliegen und Sorgen zu diskutieren.
Zunächst stellte sich Jürgen Bender der Diskussionsrunde vor und erklärte seine Funktion. Er wurde im Mai vergangenen Jahres vom Landtag gewählt und legt diesem 2014 erstmalig einen Bericht über seine Erfahrungen der Pflege im Saarland vor. Die Aufgabe eines Landespflegebeauftragten sei es, sich für eine Weiterentwicklung und Optimierung der Pflege im Saarland stark zu machen und dafür zu sorgen, dass die Belange pflegebedürftiger Menschen, ihrer Angehörige und der die Pflege ausführenden Personen Beachtung finden.
Als Vermittler zwischen den an der Pflege Beteiligten hatte er so auch ein offenes Ohr für die Anliegen von Mitarbeitern, Eltern und Bewohnern der „Laurentiushöhe“. Von den Teilnehmern der Diskussionsrunde wurde beispielsweise der Personalschlüssel bemängelt. Die Mitarbeiter beklagten zudem die zeitintensive Pflegedokumentation, die alltäglich geschrieben werden müsse und die zulasten der Pflege gehe. Ein weiterer Sorgenpunkt war das Imageproblem der Pflege. Eine Mitarbeiterin sagte: „Ich bin Altenpflegerin, und unser Beruf hat ein schlechtes Image, sodass wir unter Wert verkauft werden. “

Jürgen Bender bestätigte die vorgetragenen Probleme, die ihm bereits aus Besuchen in vielen Einrichtungen bekannt waren. Das Land, die Saarländische Pflegegesellschaft (SPG), die Pflegekassen und der Pflegerat arbeiteten bereits an entsprechenden Maßnahmen. So sei der Personalschlüssel, der nach Erhebung der SPG ein Defizit von 15 % gezeigt habe, bereits vor Jahren um 5 % angehoben worden und wurde zum 1. Oktober um weitere 10 % erhöht. Er weist drauf hin, dass vor zwei Jahren dank eines hierzu eingeführten Umlagesystems doppelt so viel junge Menschen einen Abschluss in Pflegeberufen ablegen wie noch vor wenigen Jahren, sodass der erhöhte Personalschlüssel auch ein besseres „Angebot“ vorfindet, und dass die Pflegekassen auch – über den auf Fachkräfte bezogenen Personalschlüssel hinaus – mehr Betreuungskräfte zur Verfügung stellen werden. Auch die Frage der Wertschätzung der Pflege nahm Herr Bender sehr ernst. Hier sei es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu sehen, der Pflege den Stellenwert zuzumessen den sie verdient.



v.l.n.r.: Qualitätsmanagementbeauftragte Franziska Schneider, Einrichtungsleiterin Ruth Klein, Pflegebeauftragter Jürgen Bender und Pflegedienstleiter Michael Berg.