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03.07.2017

Etwas schaffen, das bleibt

Celine Friedrichs engagiert sich im FSJ-digital


Seit August 2016 absolviert Celine Friedrichs aus Idar-Oberstein ein Freiwilliges Soziales Jahr im „Haus Göttschied“. Nach der Realschule stand ihr Berufswunsch bereits fest: Ergotherapeutin, doch um erste Erfahrungen zu sammeln, entschied sich Celine zunächst dazu, sich freiwillig in der Altenpflege zu engagieren. 

Seit fast einem Jahr ist die 18-Jährige nun schon in der Senioreneinrichtung in Göttschied in der Sozialen Betreuung tätig. Ihr Tagesablauf ist jeden Tag relativ gleich, wie sie erzählt: mit den Senioren Frühstücken, Aktivitäten wie Singen oder Basteln durchführen, das Mittagessen begleiten, mal bei einem Ausflug teilnehmen oder bei einem Kaffeekränzchen am Nachmittag mit dabei sein. Und doch ist jeder Tag anders, denn wer mit Menschen arbeitet weiß, dass es immer  zu Überraschungen kommen kann. 

Celine Friedrichs wollte sich aber noch mehr engagieren. „Ich wollte was machen, das den Senioren bleibt, wenn ich weg bin“, erklärt sie ihre Motivation. So informierte sie sich beim Internationalen Bund, dem Träger des FSJ, über weitere Möglichkeiten und erfuhr vom FSJ-digital. Hierbei geht es darum, ein digitales Projekt im Rahmen des Freiwilligendienstes in der Einsatzstelle zu organisieren und durchzuführen. Celine Friedrichs hatte die Idee, Aktivitäten, die sie mit den Senioren täglich erlebt, irgendwie festzuhalten. „Da viele Bewohner nicht mehr gut sehen können, hatte ich die Idee eine Art Hörspiel zu entwickeln.“ Zur Vorbereitung unterhielt sie sich mit den Senioren, was ihre Vorlieben sind, was sie gerne auf einer CD hören möchten. Schnell war der Name des Projektes geboren: „Vier Jahreszeiten im Haus Göttschied“. Die nächsten Monate sammelte Celine zusammen mit den Bewohnern Beitragsideen für eine CD, die sie erstellen wollte. Nach und nach nahm sie mit ihrem Handy verschiedene Gedichte auf, die von Senioren vorgetragen wurden, zeichnete Chroproben auf und erzählte selbst Geschichten – natürlich alles zum Thema Jahreszeiten.

Beim Thema Winter kam Hugo Loch ins Spiel. Der 86-Jährige steuerte einen Beitrag aus seiner Kindheit bei, erzählte, wie er den Winter verbrachte: „Die Winter früher waren länger und kälter. Wir sind sehr viel Schlitten gefahren, auf der Straße, denn es war noch nicht so viel Verkehr.“ Auch von konkreten regionalen Gegebenheiten berichtet er: „Mit 13 sind wir die Hohl hoch und die Wiese wieder runter, auch in der Karma oder dem Volkesberg.“ Die Nahe wurde als Schlittschuhbahn genutzt. Ausgehend von seiner Geschichte, die Loch in der kleinen „Hörspielgruppe“ vortrug, entwickelte sich schnell ein intensives Gespräch, an dem sich die anderen Senioren rege beteiligten und eigene Erinnerungen beisteuerten. „So war das eigentlich bei jedem Treffen“, schwärmt Celine Friedrichs, „die Bewohner hatten so viel zu erzählen und haben sich über früher ausgetauscht.“   

Jetzt, kurz vor dem Ende ihres Freiwilligendienstes, ist sie fertig geworden, hat die Beiträge auf einer CD zusammengestellt, den Senioren zur Verfügung gestellt. „Sie haben jetzt eine Erinnerung an mich“, freut sich Celine, die nun bereits vor ihrem nächsten großen Projekt steht: ihrer Berufsausbildung.



Celine Friedrichs mit Hugo Loch bei der Aufnahme.


Die "Hörspielgruppe" mit Celine Friedrichs und Einrichtungsleiterin Ursula Buchholz (rechts).