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10.10.2016

Das fehlende Glied in der Kette

Modellprojekt Kriseninterventionsplätze für den Landkreis Merzig-Wadern am Standort „Laurentiushöhe“ gestartet


Der Landkreis Merzig-Wadern erhält am Standort „Laurentiushöhe“ in Schwemlingen, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung des Schwesternverbandes, zwei Kriseninterventionsplätze.

Nach wie vor leben sehr viele Menschen mit einer psychischen Behinderung in einer stationären Wohnform der Behindertenhilfe. Der Weg zurück in eine ambulante Betreuung ist meist sehr mühselig und von Rückschlägen gekennzeichnet. Da Rückschläge und Krisen gerade bei komplexen psychischen Erkrankungen sehr häufig anzutreffen sind, fehlt oft der Mut diesen Schritt in die ambulante Lebensform zu wagen. Als Krisen werden Situationen bezeichnet, bei denen über einen bestimmten Zeitraum eine ambulante Betreuung nicht mehr ausreichend ist. Beispiele dafür sind akute Angstzustände, Rückfälle bei Alkohol- oder Drogenabusus oder Gefahr eines selbstverletzenden Verhaltens. Um zu vermeiden, dass in diesem Fall der Weg dauerhaft zurück in die vollstationäre Betreuung geht, wurde von Seiten des Ministeriums für Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie das Angebot der Krisenintervention geschaffen.

Klienten haben somit die Möglichkeit, über einen befristeten Zeitraum von maximal drei Monaten eine intensivierte Betreuung zu erfahren und sich wieder für eine Weiterführung der ambulanten Versorgung zu stärken. Zwei solcher Kriseninterventionsplätze werden nun in der „Laurentiushöhe“ in Merzig Schwemlingen angeboten. Von Anfang an werden Betreuer, die entsprechenden Fachdienste, Ärzte und sonstige Bezugspersonen in das Case-Management eingebunden, um eine Stabilisierung der häuslichen Situation zu erreichen. Die „Laurentiushöhe“ arbeitet dazu nach dem Recovery-Konzept. Zur Krisenintervention zählen therapeutische Gesprächsangebote, Arbeits- und Belastungstraining sowie regelmäßige Fallbesprechungen. Alle Mitarbeiter verfügen über umfangreiche Kenntnisse in der Betreuung von psychisch beeinträchtigten Menschen.

Zum Projektstart lud die „Laurentiushöhe“ alle Kooperationspartner aus dem Landkreis Merzig-Wadern zu einer Auftaktveranstaltung ein. Alle Beteiligten waren sich einig, dass hier ein wichtiges Bindeglied zur Verbesserung der ambulanten Betreuung für psychisch behinderte Menschen geschaffen wurde.



Die Einrichtungsleiterin der "Laurentiushöhe" - Ruth Klein (rechts) - und das Team Case-Management trafen und besprachen sich mit den Partnern der ambulanten Betreuung aus dem Landkreis.