Rechter Inhaltsbereich

08.01.2014

Ein lachendes und ein weinendes Auge

„Häuser im Eichenwäldchen“ nehmen Abschied von Kapelle


Viele Emotionen waren zum Jahresbeginn beim letzten Gottesdienst in der hauseigenen Kapelle der „Häuser im Eichenwäldchen“ zu spüren. Diese musste geschlossen werden, da das Gebäude in dem die Kapelle zuhause war, abgerissen wird.

Nahezu jeden Samstag seit Ende der 1970er Jahre wurden in der Kapelle der „Häuser im Eichenwäldchen“ ökumenische Gottesdienste begangen, die in den letzten Jahren von Pfarrer Erhard Kern oder Diakon Peter Munkes durchgeführt wurden. Der letzte Gottesdienst wurde von beiden Geistlichen geleitet. Musikalisch untermalt wurde die Veranstaltung vom Chor „Liedscha unn soo“, Herrn Ohlmann und Herrn Spengler als Organisten sowie Herrn Müller als Trompeter.

Abschied und Neuanfang, so nicht nur das Thema des Gottesdienstes, sondern auch Thema in der Einrichtung selbst – bei Mitarbeitern wie Bewohnern. Zunächst verabschiedete sich die langjährige Leiterin Monika Paulini in den wohlverdienten Ruhestand. Es folgte die Neubesetzung des Leitungsteams mit Bärbel Dollak und Susanne Fasel.

Schlag auf Schlag ging es weiter und die beiden neuen Häuser „Wohnen für Kinder und Jugendliche“ in Ottweiler-Stadt sowie „Haus am Mühlenweg“ in Fürth wurden eröffnet. Damit verbunden der Auszug der Kinder und Jugendlichen sowie der Senioren aus den „Häusern im Eichenwäldchen“. Auch zahlreiche Mitarbeiter haben dadurch ihren Arbeitsplatz gewechselt. - Abschied und Neuanfang. – Doch mit diesen Veränderungen war es nicht genug, denn auch innerhalb der „Häuser im Eichenwäldchen“ wurde umgezogen. Das Haus B ist seit Anfang Oktober 2013 unbewohnt und wurde nun mit dem Abschied der Kapelle komplett leergeräumt. Der Abschlussgottesdienst erinnerte nochmals an die vielen gemeinsamen Veranstaltungen, die in der Kapelle begangen wurden. Es wurde gefeiert, gesungen, gelacht und auch getrauert – kurz: Gemeinschaft wurde erlebt. Gottesdienste mit bis zu 80 Personen fanden statt. Möglich war dies nur durch das Engagement der ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter der „Häuser im Eichenwäldchen“, die es den Bewohnern ermöglichten, am Gottesdienst teilzuhaben. Nicht zuletzt ist es Melitta Daschner zu verdanken, denn sie sorgte in all den Jahren dafür, dass Kirche und Glauben ihren Platz in den „Häusern im Eichenwäldchen“ hatten und auch künftig haben werden. Die Herren Leander und Hans-Werner Therre dürfen an dieser Stelle nicht vergessen werden; sie machen durch ihren unermüdlichen Einsatz als Ehrenamtliche für viele Bewohner den Gottesdienst erst erfahrbar.

Beim Abschlussgottesdienst wurde gefeiert, nicht betrauert, was aufgegeben werden muss. Es wurde der Mut und das Engagement gefeiert, den alle aufbringen, um die Umstrukturierungen in den „Häusern im Eichenwäldchen“ mit zu tragen und zu verwirklichen. Symbolisch wurde dazu ein Baum aufgestellt, den die Bewohner im Gottesdienst in Form der Fürbitten beschrieben: Der Baum und seine Äste wachsen  weiter und beherbergen ein Nest, das alle behütet und allen Geborgenheit verspricht. Das Nest als Symbol für einen neuen Raum, in dem ab sofort Gottesdienste gefeiert werden können. Ein Nest, das weiter der Gemeinschaft, der Kirche und dem Glauben bleiben wird. Eine von den Bewohnern selbst hergestellte Kerze wird,  Abschied und Neuanfang zu symbolisieren, diesen neuen Raum erhellen.

Sie sind herzlich eingeladen am 08.Februar 2014 mit uns gemeinsam an neuer Stelle in Haus C den Gottesdienst zu feiern.



So hübsch sah die Kapelle im Eichenwäldchen aus.


Doch der Baum, den die Bewohner im alternativen Raum für Gottesdienste aufstellen, gibt Hoffnung.


Viele Bewohner und Gäste waren zur Verabschiedung von der Kapelle gekommen.