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07.08.2013

Freiwillig engagiert

Pauline Linda Mwikali leistet einen Bundesfreiwilligendienst im „Haus Nahetal“


Seit November 2012 absolviert Pauline Linda Mwikali einen Bundesfreiwilligendienst im „Haus Nahetal“, einer Einrichtung der Behindertenhilfe des Schwesternverbandes in Idar-Oberstein. Nach anfänglichen Berührungsängsten hat sie sich gut eingearbeitet und will nun sogar eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin  beginnen.

Pauline Linda Mwikali lebt erst seit eineinhalb Jahren in Idar-Oberstein. Sie wurde in Kenia geboren und lebte dort bis sie als Au-Pair nach Deutschland kam. Anfangs fiel ihr das neue Leben so weit weg von der Heimat nicht leicht: sie hatte mit der neuen Sprache zu kämpfen, musste neue Freunde finden und sich auch erst an ihre neue Tätigkeit gewöhnen. Doch seit Ende letzten Jahres ist sie glücklich, im „Haus Nahetal“ in der Behindertenhilfe, eine gute und langfristige Perspektive gefunden zu haben.

„Von Bekannten habe ich vom Bundesfreiwilligendienst erfahren“, erinnert sich Pauline Linda Mwikali. Nach der Bewerbung beim Paritätischen Wohlfahrtsverband wurde sie dem „Haus Nahetal“ zugeteilt und stellte sich bei Christoph Petry vor, der gemeinsam mit Markus Wassermann das Haus leitet. „Ich durfte mir nicht aussuchen, in welcher Einrichtung ich arbeiten möchte“, sagt Mwikali: „Doch heute bin ich froh, so wie es gelaufen ist.“ Ihre Arbeitszeit beträgt 38,5 Stunden die Woche und siedelt sich zeitlich zwischen sieben und 16 Uhr an. Sie ist dem Förderbereich zugeteilt und unterstützt die Klienten bei deren täglichen Beschäftigung und Arbeit, unter anderem in der internen Holzwerkstatt. „Die Abläufe sind jeden Tag gleich: ich frühstücke morgens mit den Klienten, dann wird in den einzelnen Fördergruppen gearbeitet, aber es ist nie langweilig“, lächelt die 21-Jährige. Sie leitet die Arbeit mit der Säge in der Holzwerkstatt an, bastelt mit den Klienten, geht mit ihnen spazieren und ist auch in der Kochgruppe aktiv. „Die Klienten spielen auch gerne Gesellschaftsspiele oder machen Handarbeiten, da unterstütze ich auch dabei“, so Mwikali. Doch so einfach, wie ihr die Arbeit heute fällt, war es nicht von Anfang an. Zu Beginn des Freiwilligendienstes hatte Pauline Linda Mwikali mit Berührungsängsten zu kämpfen, aber schon nach einigen Wochen lernte sie, mit den unterschiedlichen Behinderungen der Klienten umzugehen. Die Eingewöhnungsphase wurde auch von Christoph Petry beobachtet: „Natürlich war es für Frau Mwikali erst nicht leicht, aber ich habe gesehen und bewundert wie offen sie mit den Klienten umgegangen ist, sie hat direkt Zugang gefunden, was vielleicht auch mit ihrer immer fröhlichen und freundlichen Art zu tun hat.“ Mwikali lacht: „Ich hab einfach alle gut kennengelernt und alle sind auch so lieb.“ Gleichzeitig gesteht sie, noch oft Heimweh zu haben, denn ihre Familie lebt noch immer in Afrika: „Aber es haben mich alle hier so gut aufgenommen, dass es geht - ich fühle mich zumindest fast wie in einer Familie“, so die begeisterte Hobbysportlerin.

Bis Oktober dauert ihr Bundesfreiwilligendienst, doch Christoph Petry will die engagierte „Bufdine“ gerne weiter beschäftigen: „Ich habe Frau Mwikali zugesagt, sie weiter zu unterstützen und gebe ihr die Möglichkeit, jederzeit hier eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin zu machen.“ Ob sie in diesem Jahr noch eine Ausbildung beginnt, weiß Mwikali noch nicht, aber der Beruf macht ihr Spaß: „Viele Leute sind skeptisch, wenn sie hören, was ich mache, aber sie haben noch nie mit Behinderten gearbeitet und wissen gar nicht, wie viel Spaß es tatsächlich macht und wie viel man zurück bekommt.“ Für sie steht fest: „So eine Ausbildung wäre echt das Richtige für mich und ich freue mich schon drauf.“

Info:
Momentan sind im „Haus Nahetal“ vier Auszubildende der Heilerziehungspflege beschäftigt. Der theoretische Teil der Ausbildung wird in Berufsschulen oder der Akademie des Schwesternverbandes in Ottweiler geleistet. Die Ausbildung dauert je nach Vorbildung drei bis fünf Jahre. Bewerbungen werden jederzeit gerne entgegengenommen. Natürlich sind auch Freiwilligendienste oder Praktika möglich. Ansprechpartner: Christoph Petry, Tel.: 06781 – 20750 oder E-Mail: christoph.petry(at)schwesternverband.de Mehr Informationen finden Sie auf www.karriere.schwesternverband.de 

 

 



Pauline Mwikali mit einer Klienten bei ihrer alltäglichen Arbeit