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07.10.2016

Pickende Hühner rund ums Gewächshaus

Im "Haus Hubwald" waren Miethühner zu Gast


„Die Hühner kommen“ – Mit einem bunten Plakat kündigte das „Haus Hubwald“ seinen Bewohnern  fünf Miethühner an, die zwei Wochen im September rund um das Gewächshaus in Eppelborn pickten. Viele Bewohner freuten sich schon auf die Gäste und der Eingliederungshilfebereich sowie Lothar Petry und die Gartengruppe erklärten sich bereit, die Hühner hauptverantwortlich zu betreuen. Angeleitet von Mitarbeiter Erik Fries hieß das für die Bewohner, Verantwortung zu übernehmen: Die Hühner mussten gefüttert werden, täglich frisches Wasser bekommen und der Hühnerstall gesäubert werden. Morgens wurden die pickenden Gefährten raus auf die Wiese gelassen, abends mussten sie wieder zum Schutz in den Stall.
Aber nicht nur die Bewohnergruppe, die sich um die Hühner kümmerte, hatte Freude an den Tieren. Aus dem ganzen Haus kamen täglich viele Schaulustige, Tierfreunde und Naturliebhaber in den Garten, um die Hühner zu besuchen. Jeder durfte sie zum Beispiel mit Salat füttern, einige hielten sie sogar auf dem Arm. Ein bis zwei Eier legten die Gäste pro Tag, die die Bewohner abkochten und direkt genießen konnten. „Nach den ersten Tagen wollten die Bewohner den Hühnern Namen geben“, erzählt Erik Fries. So wurde spontan eine festliche Taufe initiiert: Liesel, Walburga, Trudel, Gerlinde und Isolde freuten sich über ihre neuen Namen. „Die Hühner haben einfach eine beruhigende Wirkung auf unsere Bewohner“, erklärt Erik Fries: „Auch Jugenderinnerungen werden bei den Älteren geweckt.“ Jüngere Bewohner könnten zudem lernen, wie die Tiere leben und wo Frühstücks- oder Spiegelei eigentlich herkommen. Viel zu schnell gingen die zwei Wochen letztendlich vorbei. Aber vielleicht machen die Hühner im nächsten Jahr wieder Urlaub im Garten des „Haus Hubwald“.

Hintergrund: Vermietet wurden die Hühner vom Hühnerhof Lüft in Seligenstadt. Hauptanliegen des Hofs ist der Verkauf frischer Freilandeier sowie Produkten aus dem eigenen kleinen Hofladen. „Rent a Huhn“ heißt das Projekt, das das Familienunternehmen 2013 ins Leben rief, weil festgestellt wurde, dass viele Kinder heute kaum noch Bezug zu den Lebensmitteln haben und wissen wo sie herkommen.



Viele Zuschauer waren jeden Tag am Gewächshaus, um den Hühnern zuzuschauen oder sie selbst zu füttern.


Wer wollte, durfte die Hühner auch streicheln und sogar auf dem Schoß halten.