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29.05.2017

Begleitung auf dem letzten Weg

ehrenamtliche Hospizgruppe engagiert sich im „Haus St. Katharina“


Menschen auf dem letzten Lebensweg begleiten und für sie da sein: dieser Aufgabe widmen sich die ehrenamtlichen Helfer der Hospizgruppe im „Haus St. Katharina“ in Endingen. Seit ihrer Gründung 1994 sind sie als Wegbegleiter für die alten Menschen da. Vor allem nachts, aber auch tagsüber, kommen die ehrenamtlichen Frauen und Männer in die Pflegeeinrichtung des Schwesternverbandes, wenn sie gebraucht werden. Der Ablauf einer solchen Begleitung ist ganz individuell auf den Menschen abgestimmt. Oft ist nur noch eine nonverbale Kommunikation möglich. „Da ist viel Gefühl für die aktuellen Bedürfnisse nötig. Man muss da sein, aber auch lassen können“, erklärt Ute Kabel, Mitglied der Begleitgruppe. 


Initiiert wird eine Begleitung entweder durch die Angehörigen selbst oder durch die Einrichtungsleitung. Zu Beginn steht ein Gespräch zur Vorbereitung auf die Arbeit mit den Angehörigen an. In diesem Gespräche werden Fragen zum Hintergrund des zu Betreuenden geklärt, zu seinem früheren Beruf, wie groß ist die Familie oder welche bestimmen Interessen und Hobbys er hatte. Dadurch erhalten die Ehrenamtlichen einen besseren Zugang und können individuell auf die Person eingehen. Aber nicht nur der Hintergrund des zu Betreuenden wird thematisiert, sondern auch wann genau die Begleitung benötigt wird. Danach werden die Schichten der Wegbegleiter festgelegt. Diese sind ganz individuell an den Möglichkeiten der Ehrenamtlichen ausgerichtet. Das kann sowohl tagsüber, als auch am Abend oder in der Nacht sein. Im Zwei-Stunden-Rhythmus wird in der Regel gewechselt. Die Pflegemitarbeiter der Einrichtung kümmern sich auch um die Wegbegleiter. Im Notfall sind die Fachkräfte da, das gebe ihnen Sicherheit, berichtet Renate Gick, Leiterin der Hospizgruppe. 
Neben der Begleitung von Sterbenden ist auch die Angehörigenarbeit ein wichtiger Bestandteil. Die Wegbegleiter unterstützen sie und geben ihnen Raum, um sich in der schweren Zeit auch um sich selbst kümmern zu können.
Einige der Mitglieder engagieren sich bereits von Anfang an in der Gruppe. Die meisten sind jedoch über die anderen sozialen Angebote in der Einrichtung auf diese ehrenamtliche Tätigkeit aufmerksam geworden. Interessierte können durch die Mithilfe bei jahreszeitlichen Veranstaltungen in der Einrichtung die Bewohner kennenlernen. Außerdem kann der Kontakt zu den Bewohnern durch den Besuchsdienst entstehen. Dieser Kontakt ist für eine spätere mögliche Begleitung von Vorteil.


Einmal im Monat treffen sich die Frauen und Männer der Hospizgruppe zu einer Gesprächsrunde im „Haus St. Katharina“. Diese Treffen sind wichtig, denn die Begleitung geht nicht spurlos an den Männern und Frauen vorbei. Aus diesem Grund werden über laufende und abgeschlossene Begleitungen besprochen. „Zudem dient die Besprechung auch zur persönlichen Verarbeitung des Erlebten“,  erklärt Gick.
Einrichtungsleiter Michael Zimmerman ist auch oft bei den monatlichen Treffen dabei. Die Kommunikation mit den ehrenamtlichen Männern und Frauen funktioniere sehr gut und es erreichen ihn sehr viele positive Rückmeldungen zur Arbeit der Wegbegleiter, sagt er. Soweit er wisse, ist das „Haus St. Katharina“ die einzige Pflegeeinrichtung in der Region mit einer eigenen Hospizgruppe.
Auch abseits der ehrenamtlichen Arbeit pflegen die Mitglieder den Kontakt in der Gemeinschaft, machen einen Jahresausflug und gehen zu Weihnachten zusammen essen. Neue Mitglieder sind bei der Hospizgruppe immer willkommen. Interessierte sind herzlich eingeladen, die Mitglieder bei einem ihrer Treffen kennenzulernen. Sie finden immer am ersten Montag des Monats ab 14.30 Uhr statt.

Weitere Informationen zur Hospizgruppe finden Sie hier