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05.04.2017

Arbeiten bei Freunden

Gertrud Weber feiert ihr 40-jähriges Dienstjubiläum beim Schwesternverband


Auf 40 Jahre zum Wohl pflegebedürftiger Menschen im Dienst des Schwesternverbandes kann Gertrud Weber aus Bickendorf zurück blicken. Für dieses Jubiläum wurde sie von Martina Kraemer, Einrichtungs- und Pflegedienstleiterin des „Haus Nimstal“ in Schönecken, geehrt und erhielt ein großes Dankeschön für ihr langjähriges Engagement.
„Ich wusste schon mit 12 Jahren, dass ich in die Pflege gehe“, sagt Gertrud Weber heute. „Ich war es gewohnt mit alten Menschen umzugehen; bei uns zuhause waren immer Großeltern, Onkel und Tanten zu Besuch, ich wollte gerne auch mit alten Menschen arbeiten.“ Zuerst absolvierte sie eine Ausbildung zur Krankenpflegehelferin und war im Bitburger Krankenhaus tätig. Um etwas Neues kennenzulernen, bewarb sich die damals 18-Jährige beim „Eifelhaus“, als dieses eröffnet wurde. Am 1. April 1977 fing sie in der Pflegeeinrichtung für Senioren an, machte 1995 eine 3-jährige Fachkraftausbildung. Zwölf Jahre war sie als Wohnbereichsleiterin tätig, arbeitete viele Jahre auch im Nachtdienst, bis sie sich irgendwann entschied, in Teilzeit zu wechseln. Als 2012 das „Haus Nimstal“ eröffnet wurde, wo übrigens auch ihre Tochter arbeitet, verließ sie das „Eifelhaus“ nach 36 Jahren und ging als Betreuungskraft nach Schönecken. Die dazugehörige Weiterbildung, damals noch nach §87b Sozialgesetzbuch, finanzierte ihr der Arbeitgeber. „In der Pflege hatte ich oft nicht genug Zeit, mich mit den Senioren zu beschäftigen, jetzt als Betreuungskraft ist genau das mein Job“, erklärt Weber ihre Motivation, sich noch einmal beruflich verändert zu haben. „Aber beide Berufe sind toll und ich hatte immer Spaß, im Umgang mit den Senioren und kann mir gar nichts anderes vorstellen.“
Jungen Auszubildenden will sie mit auf den Weg geben, die alten Menschen wertzuschätzen, sie in ihrer Ganzheit zu sehen und ihnen glückliche Stunden zu bereiten. „Die alten Menschen waren was, haben studiert, was erlebt, was erreicht – das muss man anerkennen!“ Heute gäbe es bei der Arbeit viele Hilfsmittel, die den Pflegealltag erleichtern. Auch durch die Pflegeplanung sei vieles besser geworden. Deshalb würde sie jedem jungen Menschen, der Spaß daran hat, auch empfehlen, diesen Beruf zu erlernen. Sie selbst hat sich ein schönes Tagesziel gesetzt: „Ich versuche jedem Bewohner ein Lächeln aufs Gesicht zu zaubern und wenn es mir nicht gelingt, dann gehe ich nicht eher nach Hause, bis ich es geschafft habe“, lacht die 58-Jährige.  
Natürlich gibt es auch traurige Stunden, wie die Großmutter von drei Enkelkindern erzählt. Wenn jüngere Menschen zum Beispiel durch einen Unfall pflegebedürftig werden oder wenn Bewohner sterben und keine Angehörige haben, die sie begleiten. Aber mit dem richtigen Ausgleich, den Gertrud Weber in der Familie, Freunden oder bei Spaziergängen mit ihrem Hund findet, schaffe man das zu verarbeiten.
Sie habe sich immer wohl gefühlt beim Schwesternverband, im „Haus Nimstal“ sei sie nun aber angekommen und will hier bis zur Rente bleiben. Die Einrichtung sei familiär, habe Seele und sie verstehe sich mit den Kollegen sehr gut: „Manchmal habe ich das Gefühl, ich gehe zu Freunden, wenn ich morgens zur Arbeit komme“, sagt sie gerührt und fast verlegen. Gerade in der Zeit als ihr Ehemann starb, haben sie die Einrichtungsleiterin und Kollegen aufgefangen und ihr viel Gutes getan.
Rückblickend auf 40 Jahre fallen Gertrud Weber viele schöne, wenige negative Erlebnisse ein. Ein Highlight sei eine Hochzeit zwischen zwei Bewohnern gewesen, die sich im „Eifelhaus“ kennengelernt hatten. Großartige Erfolge erlebte sie, wenn schwerstpflegebedürftige Bewohner, die bettlägerig waren, plötzlich wieder aufstehen konnten oder wieder anfingen zu reden. Auch Bewohner, die nur zur Kurzzeitpflege im Haus waren, dann gar nicht mehr wieder gehen wollen, gäben ein gutes Gefühl. „Die Senioren geben einem so viel zurück. Mehr Dank geht gar nicht.“

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Martina Kraemer (rechts) gratuliert Gertrud Weber zum 40-jährigen Dienstjubiläum.