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31.01.2013

Reduzierung von Fixierungen

Fortbildungsveranstaltung im „Haus St. Barbara“


Im Rahmen der regelmäßig in den Einrichtungen des Schwesternverbandes stattfindenden Fortbildungsmaßnahmen, war im „Haus St. Barbara“ in Rehlingen-Fremersdorf diesmal die Reduzierung von Fixierungen Thema. Durchgeführt wurde die Schulung von Madeleine Viol, Projektkoordinatorin von „Redufix“, einer vom Ministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Maßnahme.

Auch wenn, wie Heimleiter Joachim Backes betont, eine Fixierung nur im äußersten Notfall oder mit richterlicher Anordnung angewandt werde, sei es wichtig,  freiheitseinschränkende Maßnahmen immer wieder zu hinterfragen, zu vermeiden und alternative Ideen zu Hilfe zu nehmen. Madeleine Viol erklärt, dass Unruhe und Rastlosigkeit  die häufigsten Ursachen für freiheitsentziehende Maßnahmen sind. Für die Betroffenen bedeute dies oft eine Fixierung am Bett zum Beispiel durch Gurte, Medikamente oder Bettgitter. Ein Vorwurf ist den Pflegekräften nicht zu machen, sagt die Dozentin: „Schließlich wollen alle nur dabei helfen, Stürze und Verletzungen zu vermeiden.“  Sie gab den 14 Teilnehmern der Veranstaltung praktische Denkanstöße und berichtete aus der eigenen Praxiserfahrung, um Alternativen aufzuzeigen.

Joachim Backes stellte eine Alternative des „Haus St. Barbara“ vor, denn hier werden zum Beispiel schon seit Jahren Niederflurbetten benutzt. Diese sind nur 30 Zentimeter hoch und erfordern deshalb kein Bettgitter. Bei der Pflege können sie elektrisch auf eine rückenfreundliche Höhe gefahren werden. „Eine rutschfeste Matte neben dem Bett tut ihr Übriges, um den Bewohner, der vielleicht aus dem Bett fällt, vor Verletzungen zu schützen“, fügt Backes hinzu. Eine Fixierung in welcher Form auch immer sei so nicht mehr notwendig. Nur ein Beispiel, das bei der Fortbildung vorgestellt wurde. Madeleine Viol regte die Pflegefachkräfte weiter dazu an, herauszufinden, warum Bewohner unruhig sind. „Oft sind es Kleinigkeiten in den alltäglichen Abläufen, die ganz einfach gelöst werden können“, sagt Viol. In der Biographie des Betroffenen zu forschen, helfe dabei ebenso ganz entschieden.



Heimleiter Joachim Backes erklärte die Vorteile von Niederflurbetten.