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Mit den Stärken arbeiten - Annette Orlinski ist auch im Wohnen Autismus Saar tätig

Seit Anfang 2016 ist die Saarbrücker Künstlerin Annette Orlinski im „Wohnen Autismus Saar“ in Heusweiler beschäftigt. Einmal die Woche kommt sie für eine Stunde in die Einrichtung des Schwesternverbandes und fördert die erwachsenen Menschen mit Autismus künstlerisch.

Arbeitet die freischaffende Künstlerin Annette Orlinski eigentlich mehr in Förderschulen, Kindergärten oder mit Senioren, so hat der Schwesternverband die 40-Jährige bereits 2014 Jahren für verschiedene Kunstprojekte in seinen Einrichtungen der Behindertenhilfe in Ottweiler gewinnen können. „Wir haben gute Erfahrungen mit Frau Orlinski gemacht und wollten sie deshalb auch für unsere Einrichtung in Heusweiler engagieren“, sagt Susanne Fasel, die im Schwesternverband stellvertretend einen Verbund an Einrichtungen im Saarland leitet und auch für das „Wohnen Autismus Saar“ verantwortlich ist. In der Heusweiler Eisenbahnstraße leben erwachsene Menschen mit Autismus. Diese leiden seit ihrer Kindheit an einer schwerwiegenden Entwicklungsstörung, wodurch sie durch besondere Verhaltensweise ihre Umwelt herausfordern. Anette Orlinski nahm die Herausforderung an: „Diese Menschen arbeiten anders als körperlich Behinderte. Ich musste die Bewohner erst einmal kennenlernen und herausfinden, wo die jeweiligen Stärken liegen“, erzählt die diplomierte Kommunikationsdesignerin. „Jeder hat seine Fähig- und Fertigkeiten , die ich mittlerweile ganz gezielt fördern und anleiten kann.“ So könne ein Klient im „Wohnen Autismus Saar“ sehr gut nachmalen. Die Künstlerin erstellt folglich ein buntes Bild und der Klient erzeugt eine fast identische Kopie. Ein anderer habe eine Affinität zur Farbe „Blau“, also lässt Orlinski ihn mit unterschiedlichen Blau-Tönen verschiedene Materialien bemalen und gestalten. „Manche zerreißen gerne Papier, das nutze ich und gestalte aus den Schnipseln ein Kunstwerk.“ Durch die Arbeit mit Menschen mit Behinderung habe sie ihre Kreativität weiter entwickelt: „Meine Kunst entsteht nun daraus, was diese Menschen machen können.“ Es sei eine Symbiose, denn mehrere Leute arbeiteten an einem Werk. Meist verwendet sie Recycling-Materialien. Daraus bastelt und entwirft sie neue Kreationen. Die Arbeit in den Einrichtungen des Schwesternverbandes mache Annette Orlinski Spaß, gebe ihr als Selbständige mehr Sicherheit, wobei die eigenen Arbeiten natürlich nicht in den Hintergrund rücken sollen.