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Ich mache mein Bestes - Samuel Araya aus Eritrea arbeitet als Pflegehilfskraft in Waldmohr

Viele derzeit in Deutschland eintreffende Flüchtlinge stammen aus Eritrea. Von einer Demokratie ist das autoritäre Regime weit entfernt. Willkürliche Tötungen und Verhaftungen, Folter sowie fehlende Meinungs-, Religions- oder Pressefreiheit beherrschen den Alltag. Auch Samuel Araya haben die Zustände in seinem Land zur Flucht bewegt. Er hat es geschafft und baut sich gerade in Waldmohr ein neues Leben auf.

Seit fast einem Jahr lebt Samuel Araya in Deutschland. Im August 2015 war er zu Fuß aus Eritrea durch die Wüste in den Sudan geflüchtet. Von dort ging es per LKW nach Libyen, mit einem Schlauchboot setzte er nach Italien über. Mit dem Zug fuhr er dann nach Frankfurt am Main, von dort wurde er in ein Flüchtlingszentrum nach Gießen gesendet, später nach Trier. Im Oktober 2015 erhielt  er in Gries im Landkreis Kusel eine Wohnung und konnte kurz darauf schon am 62 Tage zählenden Sprachkurs teilnehmen.

„Freedom“ antwortet Samuel freudestrahlend auf die Frage, wie es ihm in Deutschland gefällt. Er fühlt sich wohl, lernt die neue Sprache, hat erste Freunde gefunden und einen Job. Seit September ist er als Pflegehilfskraft im „Haus am Schachenwald“ in Waldmohr angestellt. Zuvor absolvierte er dort ein dreimonatiges Praktikum. „Samuel hat sich bei uns sehr gut integriert, seit Mai hat er enorme Fortschritte gemacht“, sagt Altenpfleger Egon Weißmann, der den 28-Jährigen eingearbeitet hat. „Er ist motiviert, macht seine Arbeit sehr gut und ist bei Bewohnern wie Kollegen sehr beliebt.“ Geht er durch die Wohnbereiche, hört man „Samuel“-Rufe von den Senioren, die ihm zuwinken. „Er ist immer höflich und freundlich, ich habe ihn noch nie böse gesehen“, sagt Weißmann. Denn Samuel hat Spaß an der Arbeit: „Es gefällt mir sehr, die Leute und Bewohner sind alle nett, die Arbeit ist gut.“ Am Anfang sei es schwer gewesen, „aber es wird.“ Zuhause in Eritrea habe er nach seiner 12-jährigen Schulzeit studiert - Flugzeugtechnologie. Gearbeitet habe er aber danach in der Apotheke seines Bruders und in einem kleinen Drogeriemarkt. Zu seinen Aufgaben hier im Altenpflegeheim gehören vor allem grundpflegerische Leistungen wie die Mobilisation und das Lagern der Bewohner, Darm- und Blasenentleerung oder Hilfe bei der Nahungsaufnahme. Außerdem helfe er überall da, wo er gebraucht werde: „Ich mache was ich kann, ich mache mein Bestes“, sagt Samuel fröhlich. Auch beim Lernen der deutschen Sprache: Versteht er schon fast alles, was Bewohner und Kollegen auf Deutsch zu ihm sagen, so fällt ihm das Sprechen noch etwas schwer. „Das gibt sich, wir reden nur im Notfall Englisch mit ihm, so lernt er schneller“, sagt Egon Weißmann.

Auch privat knüpft Samuel erste Kontakte und wird ins Gemeindeleben integriert. „Ich hab ihn auch privat unter die Fittiche genommen“, lacht Egon Weißmann: „Wo ich helfen kann, da helfe ich.“ So unterstützt er Samuel auch in der Freizeit beim Deutschlernen, geht mit ihm Fahrradfahren, hat ihn im Reha-Sportverein vorgestellt und besucht mit ihm regelmäßig das „Horst-Eckel-Stadion“ der SGV Elschbach. Samuel war früher in seiner Heimat selbst begeisterter Fußballspieler, aber sein Knie sei „kaputt“ und er zum Zuschauen verdammt, wie er erzählt.

Für die Zukunft in Deutschland hat Samuel  bereits Pläne. „Wenn ich besser Deutsch kann, will ich die Ausbildung machen.“ Das würde auch Einrichtungsleiterin Regina Müller unterstützen und sichert ihm schon jetzt einen Ausbildungsplatz im Haus zu. Privat steht jetzt erst einmal ein Umzug bevor. Momentan muss er von Gries aus noch mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, aber zum ersten Oktober hat er eine Wohnung in Waldmohr gemietet, ganz in der Nähe des Pflegeheims.